ZEITGEMÄSSER LUXUS IN HOCHALPINER ZURÜCKHALTUNG
Auf dem Hochplateau Monte Pana in St. Christina wurde mit dem Cendevaves Alpine Silence ein Hotel aus den späten 1950er-Jahren behutsam weiterentwickelt.
Ausgangspunkt des Projekts war eine klare Vorstellung von zeitgemäßem Luxus in großer Höhe: wenige, großzügige Suiten, Stille als Qualität und eine Architektur, die sich selbstverständlich in die Landschaft des Grödnertals einfügt. In einem hochalpinen Kontext wie diesem kann Architektur nur aus Zurückhaltung heraus entstehen – getragen von Respekt und Demut gegenüber der Präsenz der Dolomiten.
DER HISTORISCHE KERN UND SEINE ZEITGENÖSSISCHE WEITERFÜHRUNG
Der historische Bestand von 1959 blieb als identitätsstiftender Kern des Ensembles vollständig erhalten. Seine Proportionen, die verputzte Architektur und das Satteldach bilden weiterhin das räumliche und atmosphärische Zentrum der Anlage. Von diesem Baukörper aus entwickeln sich zwei Flügel mit geschwungenem Grundriss, die neue Funktionen aufnehmen, ohne die bestehende Struktur zu verfälschen.
Ein in den 1990er-Jahren errichteter Flügel wurde im Zuge des Umbaus aufgestockt und beherbergt heute einen großzügig verglasten Wellnessbereich. Der zweite Flügel ergänzt das Ensemble als Neubau mit Suiten und Gästezimmern und wird von einer vollständig verglasten Lounge mit Frühstücksraum abgeschlossen. Der neue Eingriff tritt dabei bewusst nicht in Konkurrenz zum Bestand, sondern ergänzt ihn als zeitgenössische Schicht.
KONTEMPLATIVE RÄUME MIT WEITBLICK
Inhaltlich und räumlich verdichtet sich das Projekt im Neubau, der unterirdisch mit der bestehenden Garage verbunden ist. Hier entstanden insgesamt 27 Zimmer, darunter eine Suite mit über 90 Quadratmetern.
Lounge und Frühstücksraum befinden sich im obersten Geschoss und öffnen sich mit raumhohen Verglasungen weit zur Landschaft. Der Blick auf den Langkofel wird so zum Mittelpunkt des Hotelalltags – nicht als spektakuläre Geste, sondern als stiller, kontemplativer Bezugspunkt.
Ergänzt wird das Raumangebot durch einen Wellnessbereich mit Hallenbad, der Rückzug, Ruhe und Aussicht miteinander verbindet.
MATERIALITÄT ALS AUSDRUCK VON ORT UND HALTUNG
Die Materialwahl ist nicht als gestalterisches Mittel allein zu verstehen, sondern als kulturelle Entscheidung. In der hochalpinen Landschaft wurden die architektonischen Mittel bewusst reduziert. Lokaler Dolomit prägt Stützmauern und Einfassungen, während Lärchenholz Fassaden und Dachkonstruktionen bestimmt – widerstandsfähig, langlebig und warm in der Anmutung.
AWARD-WINNING ARCHITECTURE 2026
Cendevaves – Alpine Silence wurde 2026 mit zwei internationalen Preisen ausgezeichnet. Beim Real Estate & Architecture Award 2026 erhielt das Projekt die Auszeichnung in der Kategorie Luxury Residential Estates.
Die Jury würdigte insbesondere die klare architektonische Haltung, die Luxus über Ruhe, Maßstab und hochwertige, regional geprägte Materialien definiert, sowie die sensible Weiterentwicklung
Zusätzlich wurde das Projekt mit dem BIG SEE Architecture Award 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung bestätigt den Anspruch, zeitlose Architektur zu schaffen, die Kontext, Landschaft und Aufenthalt in eine ruhige, hochwertige Gesamtwirkung verbindet.
Zahlen & Fakten
Ort: Monte Pana, St. Christina
Bauherr: Familie Christian Stuffer
Fertigstellung: 2024
Fotos: © Hannes Niederkofler